|
none
Barrierefreiheit ist der erste Grundsatz von Gastfreundschaft. Gute Gastfreundschaft ist aber mehr und darf sich nicht nur an bestimmte Gästeschichten richten, sondern muss den individuellen Erwartungen und Anforderungen eines jeden einzelnen gerecht werden. Aufmerksamkeit und Höflichkeit sollten dem Gast das Gefühl geben, sich wohl fühlen zu können. Eine richtige Verhaltensweise im Sinne von professioneller Gastfreundschaft, aber auch im alltäglichen Umgang mit anderen Menschen, sollte immer auch eventuell vorhandene, versteckte oder temporäre Behinderungen des Gegenübers mit einbeziehen.  Im folgenden Abschnitt möchten wir Ihnen einige Ratschläge und Verhaltenstipps geben, die besonders dann zum Tragen kommen, wenn eine Ferienunterkunft aus architektonischer Sicht nicht vollkommen zugänglich ist. Denn eine Ferienunterkunft, welche sowohl aus architektonischer Sicht für alle zugänglich ist, als auch aus gastfreundschaftlicher Sicht alle Gäste und gerade auch Gäste mit besonderen Bedürfnissen zufrieden stellt, kann sich dem stark wachsenden Markt " Barrierefreier Tourismus " stellen. Ratschläge zu grundsätzlichen Verhaltensweisen:- Eine natürliche Verhaltensweise annehmen
- Sich nicht schämen, wenn man in Verlegenheit gerät
- Sich direkt an die Person richten, nicht an die Begleitperson
- Sich bei Bedarf mehr Zeit im Umgang mit dem Gast nehmen
- Positive Formulierungen verwenden (beispielsweise Gast "mit besonderen Bedürfnissen" anstatt Invalide oder Behinderter
- Bereitschaft mitbringen, eigene Verhaltensmuster zu ändern und eine Verhaltensweise anzunehmen, die dem Gegenüber gerecht wird.
Logistische Vorkehrungen:- Zugangswege frei von Hindernissen halten
- Für ausreichend gute Beleuchtung sorgen
- Sitzmöglichkeiten entlang von Gehwegen vorsehen
- Gut sichtbare Hinweis- und Informationsschilder für eine bessere Orientierung anbringen
- Entsprechende behindertengerechte WCs vorsehen
Ratschläge für den Umgang mit speziellen Formen von Behinderungen:
Gehbehinderungen:- Lassen Sie den Gast nicht lange stehend warten
- Muten Sie dem Gast keine längeren Gehstrecken zu
- Sprechen Sie mit dem Gast über seine besonderen Bedürfnisse
- Fragen Sie den Gast, ob er eine Hilfestellung wünscht und wie Sie ihm gegebenenfalls helfen können
- Im Falle eines Rollstuhlfahrers, lassen Sie sich beim Manövrieren des Rollstuhls vom Betroffenen selbst lenken und leiten
Sehbehinderungen:- Richten Sie sich immer direkt an den betroffenen Gast und nicht an eventuelle Begleitpersonen
- Bedenken Sie, dass Blinde und sehbehinderte Menschen die Umwelt nur über Geräusche und die Sprache wahrnehmen. Vermeiden Sie deshalb Gestik und drücken Sie sich klar und deutlich aus, insbesondere wenn Sie einem Gast zum Beispiel einen bestimmten Wegverlauf erklären wollen
- Fragen Sie den Gast, ob er Hilfe benötigt. Gegebenenfalls sollten Sie versuchen, sich an seine Anweisungen zu halten
Hörbehinderungen:- Wenden Sie sich frontal dem Gast zu, damit dieser beim Sprechen Ihre Lippen sehen kann
- Sprechen sie gleichmäßig und nicht zu schnell, mit normaler Lautstärke oder ein wenig lauter, aber schreien Sie nicht
- Wiederholen Sie etwas oder schreiben Sie etwas auf, falls der Gast dies wünscht
- Vermeiden Sie laute Geräusche oder Musik im Hintergrund
- Bedenken Sie, dass hörbehinderte Menschen nicht gleichzeitig ihre Lippen lesen und Ihren Beschreibungen folgen können. Am besten trennen Sie diese beiden Gesprächsteile.
- Verwenden Sie eine einfache und leicht verständliche Sprache, vermeiden Sie Fremdwörter und Dialekt
|